Programmablauf Frühjahrsakademie

 
Donnerstag, 09. April 2026
12:00 - 12:30 Uhr
Begrüßung und Programmvorstellung
Andrea Lenz, Markus Fellner, Joshua Scharnweber
12:30 - 14:00 Uhr
Social Dreaming
Andrea Lenz, Adrienne Weiß
Lina Determann, Renate Herrndörfer
Im Social-Dreaming-KI-Projekt stellen zwei Gruppenanalytikerinnen zusammen mit zwei Künstlerinnen eine sehr besondere Methode vor, die in drei Tagen am Stück erfahrbar gemacht werden kann. Teilnehmende berichten dabei in einer Gruppe ihre Träume oder Teile davon, Andere berichten wiederum Assoziationen, die dadurch ausgelöst werden oder weitere Träume. Die Sitzsituation ist dabei so konstruiert, dass Teilnehmende sich gegenseitig nicht sehen können, denn es steht dabei nicht das Individuum und dessen individuelle Bedeutung der Träume im Fokus, vielmehr geht es um das Kollektive, was die Gruppe erschafft. Während die Gruppe mit den Träumen arbeitet, werden die beiden Künstlerinnen den Träumen sowie Assoziationen lauschen und zentrale Begrifflichkeiten in die KI einarbeiten, so dass am Ende Kunst in Form von KI-generierten Bildern entsteht, die wir gemeinsam diskutieren sowie reflektieren. Am Ende jeder Einheit entscheidet sich die Gruppe für jeweils ein Bild.
14:00 - 15:30 Uhr
Parellele Selbsterfahrung
In den analytische Selbsterfahrungsgruppen wird ebenso kein explizites Thema vorgegeben und auch hier gilt die Regel der freien Gruppen-Assoziation, d.h. es kann alles mitgeteilt werden, was assoziativ in den Teilnehmenden auftaucht. Hier stehen eher individuelle Themen sowie Konflikte im Beziehungsnetz im Fokus, wenngleich auch gesellschaftliche Aspekte eine Rolle spielen und dadurch besser verstanden werden können.

Für alle Selbsterfahrungsgruppen gilt die Verschwiegenheitsregel, d.h. das, was gesagt wird, darf nicht nach Draußen gehen, womit der Rahmen sicher sein sollte!
14:00 - 15:30 Uhr
Gruppe 1 Selbsterfahrung Dagmar Brunnhuber
14:00 - 15:30 Uhr
Gruppe 2 Selbsterfahrung Rita Franz
14:00 - 15:30 Uhr
Gruppe 3 Selbsterfahrung Mandy Koplin
14:00 - 15:30 Uhr
Gruppe 4 Selbsterfahrung Simone Hees
16:00 - 17:30 Uhr
Parallele Workshops
16:00 - 17:30 Uhr
Workshop 1 Volker Münch
Klimawandel: Die Beziehung des Menschen zur nicht-menschlichen Umwelt (Natur, Dinge, Orte)
Im Seminar soll auf der Grundlage mehrerer unbekannterer Texte die Bedeutung der Beziehung des Menschen zur Umwelt (Natur und menschengemachte Umwelt) für das Verständnis der psychischen Schwierigkeiten angesichts der Klimawandelfolgen untersucht werden. Die Bedeutung dieser nicht menschlichen Umwelt für die psychische Gesundheit von Patientinnen und Patienten wird dadurch deutlicher.

Literatur:
Harold Searles: Die Welt der Dinge
Timothy Morton: Ökologisch sein
Christopher Bollas: The Christopher Bollas Reader
Außerdem Werke von Donna Orange und Sally Weintrobe
16:00 - 17:30 Uhr
Workshop 2 Jürgen Thorwart
Oversexed and underfucked? Wie gehen wir in der Psychoanalyse mit der Sexualität der Patient*innen und unserem eigenen sexuellen Begehren um.
16:00 - 17:30 Uhr
Workshop 3 Jasmin Soudan | Kathrin Hörter
Identität, das ist der Schnittpunkt zwischen dem, was eine Person sein will, und dem, was die Welt ihr zu sein gestattet. (Erik H. Erikson)
Identität – das ist die Antwort auf die Frage: Wer bin ich? Aber woher weiß ich, wer ich bin, wie werde ich ICH und bin ich immer und überall die / der*selbe? Besonders in Zeiten gesellschaftlichen Wandels und verschiedener, daraus entstehender Unsicherheiten, aber auch unter individuell belasteten Entwicklungsbedingungen ist die Beantwortung dieser Fragen nicht immer leicht. Sie kann auch uneindeutig oder widersprüchlich ausfallen – werden die Antworten zu widersprüchlich und unzusammenhängend, fühlen wir uns lost in life.
Auch die psychoanalytische Theorie und Praxis beschäftigt sich mit Fragen der Entwicklung und Ausformung von Identität/en. In unserem Fallseminar möchten wir Identitätsentwicklungen und -herausforderungen in unterschiedlichen Entwicklungsstufen anhand der Behandlungen von zwei Patient*innen (im Vorschulalter vs. im jungen Erwachsenenalter) darstellen und gemeinsam diskutieren. So sollen sowohl psychoanalytische Konzepte zur Identitätsentwicklung als auch psychodynamisch begründete Therapien im Kindes- wie im Erwachsenenalter praxisnah und erlebbar vermittelt werden.
18:00 - 19:30 Uhr
Vortrag Andrea Eckert

Traumatisierung und Empathieökonomie - überlebenswichtig für das Individuum, katastrophal für die Gesellschaft
Die Forderung nach Empathie mit Traumaopfern, eine zutiefst humane Forderung, die zu Recht eine Verbesserung der Gesellschaft verspricht, stößt an Grenzen. Weltweit. An die Grenzen der Mitleidensfähigkeit des Einzelnen und an die Grenzen politischer Interessen. Wie können wir es überhaupt aushalten, empathisch mit dem Leiden zu bleiben? Es soll gezeigt werden, dass gesellschaftliche Entwicklung und Veränderung oft einher ging oder ausgelöst wurde durch die Zunahme von Empathie mit dem, was davor nicht für wahr oder wichtig gehalten wurde.


 
Freitag, 10. April 2026
09:00 - 10:30 Uhr
Vortrag Johanna Behringer, Anja Wagner
Befunde aus einer 18-Jahres-Längsschnittstudie
Obwohl der Körper als Ausdruck und Mittel vieler psychologischer Leiden, wie selbst- und fremdver-letzendem Verhalten, Körperdysmorphien, somatoforme Störungen und andere psychosomatische Probleme, ist, wurden Körperrepräsentationen in der psychologischen Forschung lange stiefmütter-lich behandelt. Sie stehen im Zusammenhang mit der Qualität der bindungsbezogenen Interaktion zwischen Bezugsperson und Säugling und wirken sich auf die Entwicklung emotionaler Regulations-strategien aus, welche langfristig die psychische Gesundheit beeinflussen (Vignemont, 2023; Beebe & Steele, 2013; Neustadter et al., 2021). Bisher erschwerte ein Mangel an methodischen Instrumenten die Erforschung der Rolle der Körperrepräsentation in der Psychopathologie (Buhl-Nielsen et al., 2024). Diese Lücke kann nun mit dem innovativen Ansatz des Spiegelparadigmas (MP) geschlossen werden, welches die Einflüsse von Körperdarstellung, Affektregulation und nonverbalem Spiegelver-halten bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen untersucht (Muzi et al., 2021), um dadurch Zu-sammenhänge zu Bindung und Psychopathologie zu erforschen (Kernberg et al., 2006). Als Grundlage dienen Annahmen des Psychoanalytikers Donald Winnicott und der Kinder-Psychoanalytikerin Paulina Kernberg.
Die Forschung und die Befunde, die vorgestellt werden sollen, sind Teil einer 18-jährigen Längsschnitt-studie (ursprüngliche Stichprobe = 74 Elternpaare mit dem ersten Baby) mit Beginn in der frühen Kindheit, die die Vorhersagekraft der frühen Beziehungserfahrungen des Säuglings im Familienkon-text (mütterliche Feinfühligkeit und Qualität der Elternbeziehung, erfasst in Beobachtungssituatio-nen) für strukturelle Aspekte (im Hinblick auf das Selbst- und Objektbeziehungen) gemäß Operationa-lisierter Psychodynamischer Diagnostik (OPD) sowie Symptombelastung im Jugend- und jungen Er-wachsenenalter untersucht. Bisher erwiesen sich sowohl die frühe mütterliche Feinfühligkeit als auch die Qualität der elterlichen Paarbeziehung als Prädiktoren der internalisierenden Symptombelastung, wobei das Strukturniveau der Jugendlichen diese Beziehung z.T. vermittelt.
Im Herbst/Winter 2025/26 sollen möglichst viele (N = 52) der ursprünglichen 74 Proband:innen aus den Studien von Behringer et al. (Behringer, Reiner & Spangler, 2011, 2012, Behringer, 2024) im Alter von 18 Jahren das Mirror Interview (MI) durchlaufen. Damit sind aus der frühen Kindheit und auch aus dem Jugendalter Daten verfügbar, die als Prädiktoren der Körperrepräsentation um den Zeitpunkt der Volljährigkeit untersucht werden können. Die Auswertungen des MI dienen in den Analysen als Entwicklungs-Outcome früher Beziehungserfahrungen (mütterliche Feinfühligkeit) und Beziehungs-muster (Bindungsmuster in der Fremden Situation) im Zusammenhang mit den integrierten Körperre-präsentationen. Das MI, sowie die bis dahin vorliegenden Befunde sollen präsentiert und diskutiert werden.
11:00 - 12:30 Uhr
Parallele Fallvorstellungen
In den Kasuistiken/Fallvorstellungen wollen wir Ihnen die konkrete analytische & tiefenpsychologisch fundierte Arbeit am Fall näher bringen. Gemäß bestimmter Techniken stellen Kolleg*innen an beiden Tagen Beispiele aus ihrer Praxis mit Erwachsenen, Kindern & Jugendlichen sowie Gruppen vor, ebenso aus ihrer Arbeit mit Gruppen in Organisationen. Außerdem wird es die Möglichkeit an zwei Tagen geben, ein Rollenspiel hautnah - analog zur analytischen Sitzung - mitzuerleben. Psychoanalytisch-kasuistische Methoden sind deswegen so besonders, da hier die Assoziationen von allen Teilnehmer*innen Bedeutung haben und sie für ein besseres Verstehen der Psychodynamik Einzelner oder von Gruppen maßgeblich sind, da unbewusstes oder möglicherweise abgewehrtes sowie abgespaltenes Material in der Kasuistik-Gruppe auftauchen und so integriert werden kann.
11:00 - 12:30 Uhr
Gruppe 1 Fallvorstellung eines Kindes
Simone Hees |
11:00 - 12:30 Uhr
Gruppe 2 Fallvorstellung eines Jugendlichen
Angela Mauss-Hanke
11:00 - 12:30 Uhr
Gruppe 3 Fallvorstellung eines Erwachsenen
Florian Juen | Karla Völcker
11:00 - 12:30 Uhr
Gruppe 4 Fallvorstellung einer Gruppe aus dem Bereich der Organisation
Manfred Ukleja | Renate von Hodenberg
Wie hilft die gruppenanalytische Perspektive die Wirkungen des Unbewussten in Organisationen zu verstehen? – ein Fallbeispiel aus der Arbeit in einem Unternehmen.
11:00 - 12:30 Uhr
Gruppe 5 Rollenspiel
Volker Münch | Claudine Schauer
Die beiden Referent*innen improvisieren je Seminar eine psychoanalytische Sitzung auf der Couch. Anschließend werden psychoanalytische Begriffe (wie z.B. das Unbewusste, Übertragung und Gegenübertragung, Regression, Strukturniveau), sowie Verfahren wie Psychoanalyse, analytische und tiefenpsychologisch fundierte Therapie besprochen/erklärt. Es werden Indikationen für analytische Psychotherapie, tiefenpsychologisch fundierte Therapie und evtl. Verhaltenstherapie vorgestellt. Eine rege Diskussion ist erwünscht.
14:00 - 15:30 Uhr
Parallele Selbsterfahrung
14:00 - 17:30 Uhr
Gruppe 1 Selbsterfahrung Dagmar Brunnhuber
14:00 - 15:30 Uhr
Gruppe 2 Selbsterfahrung Rita Franz
14:00 - 15:30 Uhr
Gruppe 3 Selbsterfahrung Mandy Koplin
14:00 - 15:30 Uhr
Gruppe 4 Selbsterfahrung Simone Hees
16:00 - 17:30 Uhr
Großgruppe Christine Bakhit
Eine analytische Großgruppe ist ein Gruppenverfahren mit etwa 30-100 Teilnehmenden. Der Raum ist frei, es werden keine Themen vorgegeben und es gibt keine Regel, außer die der freien Gruppen-Assoziation; damit kann alles gesagt werden, was in dem Moment an Gedanken, Gefühlen, Regungen, Ideen auftaucht. Im Gegensatz zu den analytischen Kleingruppen steht in einer analytischen Großgruppe das kollektive Unbewusste eher im Vordergrund, was von sozialen sowie gesellschaftlichen Aspekten durchzogen ist.

Für die Großgruppe gilt die Verschwiegenheitsregel, d.h. das, was gesagt wird, darf nicht nach Draußen gehen, womit der Rahmen sicher sein sollte!
18:00 - 21:00 Uhr
Psychoanalyse und Film
Matthias Baumgart
Les Olympiades (Jaques Audiard, 2021)
Vorführung und filmpsychoanalytische Diskussion
Frankreich 2021 - R: Jacques Audriard - B: Jacques Audriard, Léa Mysius, Céline Sciamma - K: Paul Guillaume - M: Clement Ducol, Rone - D: Lucie Zhang, Makita Samba, Noemi Merlant, Jehnny Beth - 106 Min, OmU
Jacques Audiards virtuos fotografierter Schwarzweißfilm versetzt uns vor dem Hintergrund der immer wieder zwischengeschnittenen Großstadtarchitektur eines Pariser 60er-Jahre-Viertels mitten ins Leben eines Quartetts von Millenials. Die ProtagonistInnen balancieren mal entschieden, mal eher hilflos in beruflichen, körperlich-sexuellen und freundschaftlichen Beziehungs-, Identitäts- und Rollenfeldern. Schnelle Annäherung und Rückzüge wechseln sich ab. Auch für uns Zuschauer werden die thematisierten Sehnsüchte, Ängste und Überforderungen spürbar. Nach einem kurzen, eher subjektiven Impulsreferat über das, was ich für wesentliche Bestandteile (m)eines filmpsychoanalytischen Standpunkts halte, werden wir den Film gemeinsam anschauen. Im Rahmen der anschließenden Diskussion werde ich auch einige meiner Gedanken zu dessen Subtext darstellen.


 
Samstag, 11. April 2026
09:00 - 10:30 Uhr
Vortrag Hans-Jürgen Lang
Wie wird man der Mensch, der man ist? Wesentliche Autoren, Theorien und Inhalte der psychoanalytischen Entwicklungspsychologie
Die psychoanalytische Entwicklungspsychologie trägt nicht nur Wesentliches zum Verständnis der inneren Entwicklung von Kindern bei. Sie ist darüber hinaus ein wichtiger Beitrag zur psychoanalytischen Anthropologie: Das Verstehen innerer Entwicklungsprozesse sowie der damit verbundenen Dynamiken und Konflikte ist die Voraussetzung dafür, Menschen - und durchaus nicht nur Patienten - vor dem Hintergrund ihrer Lebensgeschichte auf einer tiefen Ebene zu verstehen. In diesem Seminar sollen wesentliche Autoren, Inhalte und Theorien der psychoanalytischen Entwicklungspsychologie vorgestellt werden, um einen Überblick über deren vielfältigen Ideenreichtum und gedankliche Tiefe zu ermöglichen.
11:00 - 12:30 Uhr
Parallele Fallvorstellungen
In den Kasuistiken/Fallvorstellungen wollen wir Ihnen die konkrete analytische & tiefenpsychologisch fundierte Arbeit am Fall näher bringen. Gemäß bestimmter Techniken stellen Kolleg*innen an beiden Tagen Beispiele aus ihrer Praxis mit Erwachsenen, Kindern & Jugendlichen sowie Gruppen vor, ebenso aus ihrer Arbeit mit Gruppen in Organisationen. Außerdem wird es die Möglichkeit an zwei Tagen geben, ein Rollenspiel hautnah - analog zur analytischen Sitzung - mitzuerleben. Psychoanalytisch-kasuistische Methoden sind deswegen so besonders, da hier die Assoziationen von allen Teilnehmer*innen Bedeutung haben und sie für ein besseres Verstehen der Psychodynamik Einzelner oder von Gruppen maßgeblich sind, da unbewusstes oder möglicherweise abgewehrtes sowie abgespaltenes Material in der Kasuistik-Gruppe auftauchen und so integriert werden kann.
11:00 - 12:30 Uhr
Gruppe 1 Fallvorstellung eines Kindes
Tobias von Geiso | Martin Czajka
11:00 - 12:30 Uhr
Gruppe 2 Fallvorstellung eines Jugendlichen
Ulla Purkert | Johannes Wendler
11:00 - 12:30 Uhr
Gruppe 3 Fallvorstellung eines Erwachsenen
Florian Lampersberger | Eva Jäggle
11:00 - 12:30 Uhr
Gruppe 4 Fallvorstellung einer analytischen Gruppe
Rita Franz | Andrea Lenz
11:00 - 12:30 Uhr
Gruppe 5 Rollenspiel
Volker Münch | Claudine Schauer
Die beiden Referent*innen improvisieren je Seminar eine psychoanalytische Sitzung auf der Couch. Anschließend werden psychoanalytische Begriffe (wie z.B. das Unbewusste, Übertragung und Gegenübertragung, Regression, Strukturniveau), sowie Verfahren wie Psychoanalyse, analytische und tiefenpsychologisch fundierte Therapie besprochen/erklärt. Es werden Indikationen für analytische Psychotherapie, tiefenpsychologisch fundierte Therapie und evtl. Verhaltenstherapie vorgestellt. Eine rege Diskussion ist erwünscht.
14:00 - 15:30 Uhr
Parallele Selbsterfahrung
14:00 - 15:30 Uhr
Gruppe 1 Selbsterfahrung Dagmar Brunnhuber
14:00 - 15:30 Uhr
Gruppe 2 Selbsterfahrung Rita Franz
14:00 - 15:30 Uhr
Gruppe 3 Selbsterfahrung Mandy Koplin
14:00 - 15:30 Uhr
Gruppe 4 Selbsterfahrung Simone Hees
16:00 - 17:30 Uhr
Vortrag Anna Mayer
Emerging adulthood
Eine Annäherung an die besondere Herausforderung und möglichen Stolpersteine der ambulanten analytischen und tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie mit jungen Erwachsenen im Alter von 18 bis 26 Jahren
Einführung:
Es wird ein kleiner Aufriss der Literatur (Historie, auch mit soziologischen Aspekten, aktuelle Ansätze: Erdheim, King, Salge, Seiffge-Krenke, Zwiebel), bezogen auf die Besonderheit der Entwicklungsaufgaben dieser Patientengruppe versucht. Dabei wird zum Titel des Vortrags, dem Begriff des „Emerging Adulthood“ (Arnett) hingeführt.

Zweiter Teil:
Wir werden in unserer Praxis mit den spezifischen Ängsten dieser Altersgruppe konfrontiert: der Angst an den eigenen individuellen fiktiven Zielen zu scheitern; der Angst die Eltern zu enttäuschen; der Angst den gesellschaftlichen Erwartungen nicht zu entsprechen. Durch beispielsweise Zitate von jungen Patientinnen und Patienten wird die Bedrohung des existentiellen Scheiterns nähergebracht. Sollten sich die Ängste manifestieren, droht eine Ohnmacht und Stillstand, eine eingefrorene Lebensbewegung in dieser entscheidenden, Weichen stellenden Entwicklungsphase, die wir als Therapeuten und Therapeutinnen mit(er)tragen.

Dritter Teil:
Diese eingefrorene Bewegung wird durch eine Fallvignette geschildert. Der vorgestellte Patient ist seit seiner Geburt durch eine Herzerkrankung in seiner autonomen Entwicklung beeinträchtigt und scheint im nunmehr erforderlichen Erwachsenwerden durch multiple Ängste wie erstarrt. Nach einer kurzen Darstellung der Biographie und des bisherigen Behandlungsverlaufs, wird anhand eines Stundenprotokolls aus der vorletzten Stunde der Psychotherapie des vorgestellten Patienten das Quälende, Gefrorene und Angstvolle, aber auch der mögliche Ausgang aus dieser Entwicklungskrise inszeniert. Durch drei Darstellende wird der Ausschnitt nachgestellt: der Patient, die Therapeutin im realen Kontakt mit dem Patienten, die Therapeutin mit ihren Überlegungen, ihrer Gegenübertragung, ihrer Verzweiflung aber auch Hoffnung.

Schlussteil:
Der Abschied in der Therapie von diesen Patienten und Patientinnen stellt eine besondere Herausforderung für uns dar, welcher wir uns in besonderer Weise stellen müssen.
17:00 Uhr
Schlußworte - Ausklang Frühjahrsakademie
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